Reisebericht Wanderreise Wicklow Mountains

Wanderwoche Wicklow Mountains 2015

Reisebericht von Claudia:

Zur passenden Reise: Wicklows


Ich habe Irland schon oft besucht und Wanderurlaube mache ich seit ein paar Jahren auch regelmäßig, allerdings immer alleine. Die Kombi Irland, Wanderreise und obendrein auch noch in einer Gruppe war für mich neu, und ich war ehrlich gesagt ein wenig unsicher, ob es wirklich eine Alternative für mich ist.  Um Euch die Spannung zu nehmen, es ist eine wundervolle Art, Irland auf eine ganz neue und entschleunigende Weise kennenzulernen.

 

Samstag: Ankunft

Am Flughafen empfing uns Astrid, unsere Reiseleiterin, sehr herzlich und erklärte uns den weiteren Ablauf. Da unsere Gruppe noch nicht komplett war, blieb sie noch am Flughafen. Wir anderen fuhren mit dem Taxi nach Bray ins Hotel Esplanade, das direkt an der Strandpromenade liegt. Trotz ziemlichen Regens spazierten meine Zimmergenossin und ich am Strand entlang, um uns kennenzulernen. Den Rest der Gruppe trafen wir dann beim Dinner im Hotel und merkten schnell, dass die Chemie in der Gruppe stimmte. Es gab, wie jeden darauffolgenden Abend, ein 3 Gänge Menu mit jeweils drei Auswahlmöglichkeiten- was will Frau mehr. Mit viel Informationen über die nächsten Tage und einem ersten Guinness an der Bar klang der Abend aus.

Sonntag: Bray-Greystones

Da der Regen tatsächlich nachgelassen hatte und für die nächsten Stunden gutes Wetter vorhergesagt war, änderten wir das Programm und starteten um 9:30 Uhr direkt mit der ersten Wanderung, Bray selbst wollten wir uns dann am Nachmittag anschauen. Der Cliffwalk von Bray nach Greystones führt immer entlang der DART Strecke, rauf und runter, mit fantastischen Ausblicken auf die Irische See. Den Pfad säumte gelbblühender Stechginster, der unter Sonnenstrahlen herrlich nach Kokos duftete. Nach gut zwei Stunden erreichten wir Greystones, einen hübschen kleinen Ort an einer langgezogenen Bucht und verteilten uns auf verschiedene Cafe’s oder Teestuben. Treffpunkt nach einer Stunde war der Bahnhof, mit der Option den DART zu nehmen, aber da es (noch) nicht regnete, wanderten wir denselben wunderschönen Weg zurück. Kaum aus Greystones raus, kamen die Regenschauer dann doch, aber wofür gibt es Funktionskleidung? Im Hotel angekommen, machte sich meine Muskulatur unangenehm bemerkbar, aber es galt noch eine kleine Stadtführung zu bewältigen. Also wieder raus, Bewegung ist bekanntlich das beste Heilmittel gegen drohenden Muskelkater. Astrid erklärte uns die Geschichte und die verschiedenen Bauepochen von Bray anhand der Häuserfassaden, auch quasi als Vorbereitung auf die Fassaden, die uns am nächsten Tag in Dublin begegnen würden. Abends besuchten wir einen der vielen Pubs, in Bray fand ein Jazzfestival statt, wir landeten aber doch in der Ecke mit der traditional music.

 

 

Montag: Dublin

Pünktlich um 9:30 Uhr ging es mit dem DART immer an der Küste lang nach Dublin/Tara Street. Unsere Führung begann direkt am Liffey mit seinen vielen Brücken, wunderschön die Samuel Beckett Bridge, die einer Harfe nachempfunden ist. Dann ging es am Custom House vorbei zum Famine Denkmal, das mich intensiv berührt hat, weiter den Liffey entlang bis zur O’Connell Street und Spire. Sehenswert ist auch „The Chuch“, eine ehemalige Kirche, die jetzt einen Pub beherbergt, leider war dafür wenig Zeit. Wir sind weiter über den Fluss durch Temple Bar zum Castle of Dublin, wo Astrid uns einen Einblick in die Geschichte Dublins gab. Nach der Mittagspause mit Cafe Latte und einem Brownie in der Nähe der Grafton Street, ging es weiter durch St. Stephen’s Green zum Merrion Square. Den Abschluss bildete das Trinity College, danach war Freizeit bis zur Abfahrt des Zuges, einige schauten sich das Book of Kells an, andere bummelten durch die Grafton Street. Dublin ist auf jeden Fall nochmal einen längeren Besuch wert.

Dienstag: Wicklow Way

Nach dem Frühstück wurde Abschied genommen von Bray und dem Esplanade. George, der uns die nächsten Tage chauffieren sollte, fuhr uns erstmal nach Enniskerry ins Summerhill Hotel, um unser Gepäck abzuladen und dann direkt weiter zum Wandereinstieg oberhalb des Lough Tae. Das Wetter spielte nicht so ganz mit, aber auch Sturmböen und Regen haben ihren Reiz, insbesondere wenn es über Bohlen durchs Hochmoor geht. Ein Teil der Gruppe ging über den Gipfel des Djouce Mountain, wir anderen am Berghang außen herum und trafen uns alle auf der anderen Seite zum Abstieg, mit Blick auf die Bucht von Bray am Horizont. Nach einer windigen Mittagspause ging es wieder etwas bergauf, um den nächsten Berg herum, immer die Aussicht auf den Powerscourt Wasserfall, leider wurde aus den Schauern Dauerregen und der machte es uns schwer, die schöne Strecke am Bach entlang zur Jugendherberge zu genießen. In der JH konnten wir uns etwas trocknen, bevor George uns aufsammelte und uns ins Hotel brachte. Das Summerhill House ist ein wunderschönes viktorianisches Hotel mit einer tollen Küche, das Dinner hatten wir uns auch redlich verdient. In der Bar wurde noch der nächste (freie) Tag vorbesprochen, dann fielen wir müde in unsere Kingsize Betten.

Mittwoch: Powerscourt House and Gardens

Der Großteil der Gruppe hatte sich entschlossen, zusammen Powerscourt zu besichtigen, das nur eine knappe halbe Stunde entfernt war. Eine wunderschöne Gartenanlage erwartete uns, angefangen mit dem Tower Valley (Rapunzelturm und alte Baumbestände), dem Japanese Garden (Wahnsinnsfarben), vorbei am Triton Lake über den Rhododendron Walk zum Walled Garden. Dann wurde der Regen stark genug für eine Pause mit Tea and Scones und einem Besuch der verschiedenen Handwerksläden im Powerscourt House. Meine persönlichen Lieblingsecken im Garten habe ich dann trotz Regen noch einmal besucht, bevor ich nach Enniskerry hinunter spazierte, um Proviant für den nächsten Tag zu kaufen. Auch dieser Tag endete in der Bar mit der Vorbesprechung der nächsten Wanderung.

Donnerstag: Glendalough

George setzte uns am Upper Lake von Glendalough ab, bei noch schönem sonnigem Wetter mit fantastischem Ausblick auf See und umliegende Berge. Die Wanderung begann mit einem breiten Weg am Rand des Sees. An dessen Ende ging der Weg in einen steilen, felsigen Pfad über, bergan am Bachlauf bis zur obersten Brücke. Dort machten wir Rast, mussten uns dann aber auch wieder wetterfest machen, denn der unvermeidliche irische Regen setzte ein. Der weitere Aufstieg zum Bergrücken war weniger steil, aber mit Bohlen ausgelegt, die im Regen doch sehr glitschig waren. Auf dem gesamten Weg begegneten uns Schulklassen, die uns mit deutlich höherem Tempo entweder entgegen kamen oder überholten. Der Abstieg erfolgte auf zwei Wegen, der größte Teil der Gruppe ging durch den Wald zurück, meine Zimmernachbarin und ich folgten dem Grat weiter, in der Hoffnung noch etwas Ausblick genießen zu können. Das gelang uns leider nur ganz kurz, bevor die Wolken dichter wurden. Unten angelangt, trafen wir den Rest der Truppe und gingen gemeinsam weiter bis zur Klosteranlage. Astrid wusste viel zu erzählen über die beeindruckende Geschichte von Glendalough. ImVisitor Centre wärmten wir uns bei einem Film über die Anlage wieder auf, bevor uns der Bus zurück ins Hotel brachte.

Freitag: eig. Prince William Seat

Am Vorabend hatten wir schon besprochen, dass wegen des anhaltend schlechten Wetters die geplante Tour zum Prince William Seat evt. nur bis zu Johnnie Fox’s Pub stattfinden wird. Nichtsdestotrotz zogen wir am Freitagmorgen wie immer los. Diesmal starteten wir vom Hotel aus, durch Enniskerry hindurch, an einem Bachlauf entlang mit atemberaubender Vegetation und oft nur zu erahnenden Pfaden. In diesem Teil machte der Regen nichts aus, passte zu dem Dschungelcharakter des Weges. Allerdings mussten die letzten Kilometer bis zum Pub über Straße zurückgelegt werden, der letzte davon recht steil und der Regen wurde von Minute zu Minute stärker. In dem wunderschönen Pub konnten wir am offenen Feuer unsere Klamotten trocknen und entschieden uns nach einer ausgedehnten Pause für den Rückweg, einige gingen den Dschungelweg zurück, wir nahmen den Weg über die Straßen. Zugegeben keine schöne Strecke, aber wir wollten die 8 km so schnell wie möglich hinter uns bringen. Treffpunkt war ein Cafe in Enniskerry, u.a. zu einem göttlichen Rhubarbcrumble und einem Cafe Latte. Im Hotel erwartete uns eine Hochzeitsgesellschaft im feinen Zwirn, die uns (nass und schlammverspritzt) sehr herzlich mit den Worten begrüßte “You’re so crazy“
Das Dinner fand diesmal im vollbesetzten Haus statt, und inmitten der Hochzeitsgäste ließen wir die Woche in der Bar ausklingen.
 

Samstag: Abreise

Abschiedsstimmung beim letzten Irish Breakfast, meine Zimmernachbarin musste schon in der Nacht zum Flughafen, ein Paar wollte erst abends fliegen und der Rest stieg nach dem Frühstück mit Astrid in den Shuttle zum Flughafen. Dort verabschiedeten wir uns alle, für mich ging es noch eine Woche in den Norden Irlands.

Eine wunderschöne, intensive Woche ist zu Ende, jede Tour war ein Genuss, auch wenn ich ab und zu an meine Grenzen gekommen bin. Ich habe sehr nette Menschen kennengelernt und die Gruppe harmonierte richtig gut, was nicht selbstverständlich ist. Vor allem Danke an Astrid, die uns Irland nicht nur beim Wandern sondern auch durch ihren großen Wissensschatz  nähergebracht hat. Wir hatten viel Spaß!

 

 

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