Reisebericht Connemara & Burren 2019

Wanderwoche Connemara & Burren 2019

Reisebericht von Brigitte und Gregor

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Zur passenden Reise: Wanderwoche Connemarra & Burren


Anreise & Vorprogramm:

Wir reisten freitags am späten Nachmittag per Direktflug von Wien nach Dublin an und übernachteten im Maldron Hotel nahe dem Flughafen. Da der Treffpunkt der Wandergruppe erst für samstags Nachmittag geplant war, erkundeten wir am Vormittag Irlands Hauptstadt Dublin. Der öffentliche Shuttlebus der Linie 747 brachte uns für 12 Euro pro Person direkt in die City und wieder zurück zum Flughafen.

1. Tag – Samstag:

Um 15 Uhr trafen wir beim Terminal 2 am Flughafen die anderen TeilnehmerInnen der Wanderreise (insgesamt 13 Personen - 5 Deutsche, 5 ÖsterreicherInnen, 3 Schweizerinnen) und unsere Reiseleiterin Ingrid. Der Frauenanteil war eindeutig vorherrschend 10:4! Etwa 4 Stunden dauerte die Fahrt per Kleinbus in das Burrengebiet nach Doolin zum Start unserer Wandertour. Es folgten 2 Übernachtungen in der Doolin Lodge mit Frühstück. Abends aßen wir im nahegelegenen Gus O-Connors Pub, wo täglich auch Musiksessions stattfinden. Das Essen war köstlich und sehr reichlich. Zu empfehlen ist hier das vegetarische Gemüsecurry.

2. Tag – Sonntag:

Am Sonntag starteten wir die erste Wandertour direkt vom Hotel zu den Cliffs of Moher – ein bekanntes Naturdenkmal Irlands. Die schroffen Klippen sind bis zu 214 Meter hoch. Immer begleitet von gelegentlichen leichten Regenschauern genossen wir eine wunderschöne Küstenwanderung. Dabei hatten wir Gelegenheit die TeilnehmerInnen kennen zu lernen. Die spektakuläre Aussicht auf das Meer und die immer höher werdenden Klippen verleiteten, sich einfach hinzusetzen, um alles in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Was leider nicht möglich war, da wir einen Zeitplan und ein Ziel hatten.

Je näher wir den Cliffs kamen, desto mehr Touristen begegneten uns. Beim O´Brien Tower angekommen, war dieser Umstand schon ziemlich störend. Massen von Menschen werden in riesigen Reisebussen hergebracht und laufen dort, teilweise in Flip Flops oder Stöckelschuhen, zu den Aussichtspunkten. Das Besucherzentrum ist mehr als überfüllt. Da es aber zu diesem Zeitpunkt stärker regnete schauten wir uns die Ausstellung zu den Cliffs dennoch an, die sehr interessant und modern gestaltet war. Obwohl wir den gleichen Weg zurück nahmen, waren die Aussichten – auch durch die anderen Lichtverhältnisse - anders, und wieder sehenswert. Wir waren insgesamt rund 6 Stunden, 19,25 km und etwa 200 HM unterwegs. Die nächsten Wanderungen – so versicherte uns Ingrid – werden viel ruhiger werden, was sich bewahrheitete.

3. Tag – Montag:

Nach dem Frühstück am Montag gingen wir zu Fuß zur Fähre zu den Aran-Inseln. Unser Gepäck wurde per Auto zum Hafen gebracht. Die Überfahrt – Ingrid hatte uns schon gewarnt – war sehr stürmisch und es wurde etlichen übel. Da nicht genügend Sitzplätze vorhanden bzw. das Sitzen an Deck – wegen des Schlechtwetters – nicht möglich war, mussten viele Passagiere stehen und die hatten es noch schlimmer erlebt. Von unserer Gruppe hatten alle Sitzplätze und soweit ich mich erinnern kann, haben es alle, ohne böse Überraschungen überstanden. Ich hatte eine ätherische Ölmischung gegen Übelkeit mit, die ich dort – auf Taschentücher getropft – zum Inhalieren austeilte. Das half einigen. Nach etwa 1 ½ Stunden erreichten wir die letzte und größte Insel, Inishmore – die Insel der schweigenden Steine. Im Supermarkt nahe dem Hafen in Kilronan kauften wir Obst und Wasser zur Jause. Dann ging es los - über seltene Kalkstein-formationen zum schwarzen Fort und weiter entlang der einzigartigen Küstenlandschaft.

Bei einer Mittagsrast hoch über dem Meer konnten wir den tosenden Wellen lauschen und den herrlichen Blick genießen. Danach mussten wir und mehrmals unseren Weg über die typischen Steinmauern, Zäune und Überstiege bahnen. Aber Ingrid kennt ja das Terrain sehr gut und daher wurde eine perfekte Rundwanderung daraus. Das Naturerlebnis dieser Küstenwanderung begeisterte uns.

Einige von uns hatten noch nicht genug und gingen mit Ingrid zum Friedhof und einem Strand in Kilronan, so auch wir. Wir wohnten eine Nacht im Aran Island Hotel, wo wir sehr gut zu Abend aßen. Insgesamt legten wir 17,8 km zurück und waren etwa 4 Stunden mit geringfügigen Steigungen unterwegs.

4. Tag – Dienstag:

Dienstag nach dem Frühstück nahmen wir die Fähre nach Rossaveal / Connemara. Die Überfahrt dauerte etwa eine Stunde und war sehr ruhig und angenehm. Von dort ging es mit einem Kleinbus weiter nach Cong. Dieses besonders schöne Dorf wurde durch den Filmklassiger aus dem Jahr 1952 „The Quiet Man“ (deutsch: „Der Sieger“) mit John Wayne und Maureen O´Hara weltberühmt. Viele Geschäftsnamen, ein Museum, Bilder und selbst eine Statue erinnern daran. Wir besichtigten zuerst einen sehr alten Steinkreis nahe Cong und danach den herrlich romantischen Naturpark und die Abteil Cong. Cong Abbey wurde 1120 als Abtei für den Augustinerorden an der Stelle eines Klosters des 7. Jahrhunderts errichtet.

Mittags hatten wir zwei Stunden Freizeit. In einem sehr netten Lokal, aßen wir eine ausgezeichnete Gemüsesuppe und Homemade-Mehlspeisen. Und wieder regnete es, aber das machte uns nichts aus, wir saßen ja in einem gemütlichen Lokal. Pünktlich zu unserem Aufbruch hörte es auf zu regnen und wir wanderten zu unserer nächsten Unterkunft. Durch den märchenhaft mystischen Cong Forrest, der mich sehr an die Wälder Neuseelands erinnerte, gelangten wir nach Clonbur direkt ins Fairhill House Hotel, wo wir 2 Nächste blieben. Die ebene Tagesfußstrecke war 15,5 km lang und wir waren etwa 4,5 Stunden auf den Beinen.

5. Tag – Mittwoch:

Die geplante Bergtour für Mittwoch auf den Benlevy bei Clonbur viel buchstäblich ins Wasser bzw. musste wegen angesagter hoher Regenmenge abgesagt werden. Als Alternative organisierte Ingrid einen Ausflug nach Galway, alle aus unserer Gruppe nahmen daran teil. Die außerordentlichen Kosten mussten allerdings selbst übernommen werden und betrugen pro Person 20 Euro für den Transfer. In Galway hatten wir 5 Stunden zur freien Verfügung. Wir schlenderten zuerst durch die Fußgängerzone mit den bunten Häusern, alten Fassaden, einladenden Lokalen und netten Shops. Einige Denkmäler finden sich in den Straße von Galway, z. B. Christopher Columbus, Padriac O`Conaire, Oscar & Edward Wilde, .. Wir besuchten das City Museum nahe der Galway Bay, wo besonders auf die gälische Geschichte der Region eingegangen wird. Aber auch eine interessante Ausstellung zur Meeresbiologie gab es zu sehen. Nach dem Essen in einem gemütlichen Lokal in der Fußgängerzone schauten wir noch im Fishery Watchtower Museum am Corrib River vorbei. Beide Museumsbesuche waren kostenlos, was uns erstaunte.

Unser nächstes Ziel war die Galway Cathedral, die im Jahre 1965 fertiggestellt wurde. Wir waren verplüfft, als wir in das Innere dieser Kathedrale traten. Sie ist sehr schlicht gestaltet. Verschiedene Baustile vereinen sich zu einem genalen Ganzen. Die Holzdecken und – bänke schaffen eine warme Atmospäre.

Weil wir noch eine Stunde bis zu unserer Rückfahrt hatten, gingen wir zum Abschluss in das gemütliche Corner Cafe. Der Bus war pünktlich da und brachte uns zurück in unser Hotel. Vor dem Abendessen tranken wir allerdings noch ein gekühltes Bierchen im Eddies Bar nebenan. Laut meinem Schrittzähler war dieser Tag – natürlich – der am wenigsten körperlich aktive (nur 7,3 km!), aber trotzdem schön.

6. Tag – Donnerstag:

Am Donnerstag wurden wir um 9 Uhr abgeholt und nach Leenane (auch Leenaun) am Killary Harbour, dem einzigen Fjord Irlands, gefahren. Zuerst deponierten wir unser Gepäck im Leenane Hotel – wo wir unsere beiden letzten Nächte verbrachten - und fuhren weiter an die Spitze des Fjords. Auf der „Greenroad“, direkt an der Küste des Fjordes, wanderten wir zurück zum Hotel. Diese Wanderung war eindeutig die nasseste der gesamten Woche. Das Wasser kam sowohl von oben, als auch von unten und wir waren bei Ankunft im Hotel ziemlich durchnässt.

Auf unserem Weg kamen wir an einem verlassenen Dorf und zahlreichen Schafweiden vorbei. Weiters konnten wir bei einer Muschelernte zuschauen und bewunderten viele Pflanzen und einige Wasserfälle.

Auf dieser Strecke waren wir ganz alleine, keine anderen Wanderer, vermutlich aber auch wegen dem schlechten Wetter. Unseren Wandertag schlossen wir mit einem Besuch in Gaynors Bar ab, wo es – laut Ingrid – den besten Irish Coffee ever gibt. Gregor und den anderen hat er sehr gut geschmeckt, ich hab ihn ausgelassen, weil ich keine Kaffeetrinkerin bin. An diesem Tag legten wir eine Gesamtstrecke von 17,5 km zurück und waren etwa 5 Stunden unterwegs. Beim Abendessen war es ziemlich turbulent, weil eine große Reisegruppe von Spaniern auch vorort war und ziemlich laut diskutierte und feierte.

7. Tag – Freitag:

Am Freitag, unserem letzten Wandertag, konnten wir tatsächlich die geplante Bergtour durchführen und freuten uns schon sehr darauf. 3 Damen aus unserer Gruppe wollten nicht mitkommen und unternahmen ausgedehnte Spaziergänge in der Nähe von Leenane. Ingrid führte 10 WanderInnen auf den Hausberg des Ortes Leenane (Leenane Hill) der direkt hinter dem Hotel 600 Meter hoch in den Himmel ragt. Zuerst mussten wir etwa 2 Kilometer entlang des Fjordes gehen, um zum Anstieg zu gelangen.

Der Weg war mit dichtem Moos bedeckt, das durch die anhaltenden Regenfälle der letzten Tage wie ein riesiger Schwamm war. Am Beginn waren auch viele große Steine dazwischen, deshalb musste man sehr vorsichtig sein, um nicht zwischen Steinen und Moos einzusinken oder stecken zu bleiben. Umso höher wir kamen, desto windiger wurde es. Aber wir hielten alle eisern durch. Auf einer Steinplatte in der Nähe eines herzförmigen Bergsees hielten wir Mittagspause.

Danach wurde der Weg etwas schwieriger, weil es durch die Nässe sehr viele Abrutschungen von Erdmaterial gab und wir immer wieder eine neue Wegmöglichkeit suchen mussten. Doch der sensationelle Ausblick zuerst auf den Fjord und dann auf die umliegende Bergwelt entschädigten uns für die Mühseligkeiten. Ganz oben war ein aufgeschichteter Steinhaufen mit einem notdürftigen Kreuz, das den Gipfel markierte. Gipfelkreuze sind in Irland nicht üblich. Einige Minuten ließen wir uns den Wind um die Ohren brausen, bis wir wieder abstiegen.

Zwischenzeitlich fing es dann wieder leicht an zu nieseln, was uns mittlerweile nicht mehr störte, wir waren ja gut ausgerüstet. Regenponcho überziehen, und passt. Dreimal(!) bin ich beim Abstieg ausgerutscht, hab mir allerdings nicht weh getan, weil der Untergrund sowieso so weich war. Oberhalb des letzten Hanges machten wir wieder eine Pause und aßen unsere Jause (haha, das reimt sich sogar). Unten am Fjord angekommen wurden wir von Ingrid gelobt, weil wir so toll durchgehalten haben. Das sei selten der Fall, weil es immer wieder jemanden gibt, der/die während des Aufstieges aufgibt und nicht mehr weiter kann. Das hieße dann für die gesamte Gruppe – kehrt machen. Das war bei uns – Gott sei Dank – nicht der Fall und so hatten wir zuletzt auch ein fantastisches Bergerlebnis. Am letzten Tag zeigte meine Aktivitätsapp 21,8 km mit rund 5 Stunden und 620 Höhenmetern an.

Ein letztes Mal genossen wir Irisches Bier und Irish Coffee im typisch irischen Pup. Nach dem Abendessen mussten wir bald die Koffer packen und uns schlafen legen, weil wir bereits um 4:30 Uhr abgeholt wurden. Wir machten noch ein Gruppenfoto und verabschiedeten uns von den 9 TeilnehmerInnen, die am nächsten Tag später abgeholt und zum Flughafen gebracht wurden und unserer Reiseleiterin Ingrid.

8. Tag – Samstag:

Am Samstag Morgen war es dann soweit, wir machten uns auf den Heimweg. Abholung pünktlich um 4:30 Uhr vom Hotel, gemeinsam mit zwei weiteren TeilnehmerInnen, deren Flüge nach Deutschland und in die Schweiz auch um die Mittagszeit angesetzt waren. Ausgerüstet mit einem Lunchpaket (Wasser, Schokoriegel, Apfel, Chips und einen belegten Sandwich), das uns vom Hotel mitgegeben wurde. Es war noch dunkel und wir machten im Bus alle ein Nickerchen. Etwas später stiegen TeilnehmerInnen der Aktivreise von Highländer zu. Wir wurden zum Busbahnhof nach Galway gebracht, wo wir in einen öffentlichen Bus nach Dublin/Aiport umstiegen.

Um 9:15 Uhr waren wir da, checkten unser Gepäck ein und gingen in den nahen Park, um auf einer Bank etwas Sonne zu tanken und ein wenig auszuruhen. Pünktlich um 12:15 Uhr hob unser Flieger nach Wien ab – der Sonne und der Hitze entgegen.

Fazit:

Obwohl wir uns besseres Wetter erhofft hatten, war dieser Urlaub dennoch abwechslungs- und erlebensreich. Die TeilnehmerInnen der Gruppe waren alle nett, es gab keine Einzelgänger oder Nörgler. Ingrid, unsere Reiseleiterin hat uns viel erzählt, erklärt und uns IHR Irland gezeigt und näher gebracht. Die unterschiedlichen Naturerscheinungen, das Meer und die netten Menschen faszinieren uns. Wir haben noch nicht genug von diesem Land. Unser nächster Besuch geht wahrscheinlich in den Süden Irlands. Brigitte & Gregor aus Wien / Österreich

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